woher und wohin
Woher und wohin

Was geht'n da so ab?


"Traumhafte blütenweiße Strände mit karibischem Flair, viele wilde Tiere, abwechslungsreiche Landschaften, authentische Begegnungen mit fröhlichen Menschen..." So berichten viele Touristen von ihrer Reise nach Tansania. Aber das eigentliche Bild von Tansania bleibt weit hinter diesen Eindrücken zurück... .

Tansanias wirtschaftliche Situation macht es zu einem der am wenigsten entwickelten Länder weltweit und das Land hat zudem auch eine hohe Verschuldung.

Aufschlussreiche Zahlen

Das Bruttoinlandsprodukt in Tansania lag 2018 bei 864 € pro Jahr und Einwohner. Im Vergleich dazu lag das BIP der Philippinen im selben Zeitraum bei 2.627 €, der weltweite Durchschnitt lag bei 9.348 €. 30% der Wirtschaftsproduktion in Tansania wird durch Landwirtschaft erbracht, in der 80% der Bevölkerung beschäftigt sind. 70% davon wiederum sind Frauen. Über 46% der Gesamtbevölkerung lebt unter der von der UNO festgelegten Grenze von 1,73 € pro Kopf und Tag. 73% der Bevölkerung lebt in Kleinbauernfamilien auf dem Land.

Die Folgen

Das bedeutet, dass die meisten Einwohner Tansanias weit entfernt sind von der Traumwelt, wie sie von Touristen beschrieben wird. Sie bleibt nur wenigen Menschen vorbehalten. Somit ist noch sehr viel zu tun, um der Mehrheit der Bevölkerung Tansanias eine Grundlage zu schaffen, auf der sie für sich und ihre Familien einen Lebensunterhalt erwirtschaften können, der ausreichend ist für eine ausgewogene Ernährung, medizinische Versorgung und gute Bildung.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Der Tourismus hilft dem Land sicherlich sehr, zumal die Verantwortlichen diesen Wirtschaftszweig umweltschonend und nachhaltig ausbauen möchten, jedoch zieht der Großteil der Bevölkerung nicht direkt Nutzen daraus.

Fortsetzung: Die religiöse und geistliche Situation in Tansania. (Demnächst)

Alexander Breitenbach

31. Oktober 2019


karge Landschaft
Landesflagge von Tansania

Na, wo soll's denn hingehen?


Ich kann mir gut vorstellen, dass die lieben Nachbarn Abraham das auch gefragt hatten, als er seine Sachen packte.
"Ich geh in ein Land," sagte er, "das Gott mir zeigen wird."
"Ähm... Warste denn schon mal da?"
"Nö."
"Na, du musst doch wissen, wie's da so ist!"
"Ach so! Nee, Gott weiß, wo der richtige Ort ist. Und darauf verlass ich mich."
Das wurden wir auch gefragt.

Als wir antworteten, nach Tansania, ernteten wir erstaunte Gesichter. Dabei waren es eher die Philippinen, die uns am Herzen lagen. Evelyn ist dort aufgewachsen und durch Besuche habe ich die Kultur und die Menschen schätzen und lieben gelernt. Und so hatte ich im Mai auch auf eine entsprechende Stellenanzeige von Christliche Fachkräfte International gefunden, in der man einen Medienexperten für die Philippinen suchte. Wir haben uns darauf beworben.

Angenommen, aber es geht nicht weiter

Zu unserer Überraschung wurden wir zu einem Vorstellungsgespräch nach Stuttgart eingeladen. Wir haben uns dort vorgestellt und wir vereinbarten eine zweiwöchige Gebets- und Bedenkzeit. Nach dieser Zeit teilte man uns die Entscheidung mit, dass wir angenommen waren. Wir mussten aber die Entscheidung der Projektleitung vor Ort abwarten. Und das taten wir: warten und warten, manchmal etwas ungeduldig.

Kurswechsel

Im Juli kam dann eine Email von CFI, wo wir angefragt wurden, ob wir uns eine Arbeit in Tansania vorstellen könnten und ob man unser Profil an die dortige Leitung schicken dürfe. Evelyn und ich wunderten uns - wir hatten noch keine Antwort von dem Projekt in den Philippinen erhalten. Wir verglichen die beiden Projekte und fanden, dass das Projekt in Tansania eher unseren Vorstellungen entsprach und auch eine Arbeitsmöglichkeit für Evelyn vorsah. "Schicken Sie's ab" haben wir gekabelt.

Und es ist doch nicht so einfach

Soweit hört sich das an so wie wenn man einen zweiwöchigen Urlaub plant: Ostsee oder doch die Balearen? Aber dieser Bericht wäre nur die halbe Wahrheit. Evelyn und ich leben dafür, Gott zu dienen, zunächst einmal da, wo wir leben. In beiden von uns ist eine Sehnsucht, die gute Nachricht von Jesus Christus über die Landesgrenzen hinaus Menschen zu bringen, die bisher gar nicht oder kaum von ihm gehört haben. Wir möchten auch nichts ohne das Mandat Gottes tun und haben von Anfang an die Fragen, die Optionen, die Entscheidungen, aber auch die Hindernisse, unsee Bedenken und Ängste durch Gebet zu Gott gebracht und auf Antworten von ihm gewartet. Wir haben erlebt, wie Gott uns durch sein Wort, die Bibel, geantwortet und ermutigt hat, oder er hat uns durch Menschen, denen wir begegnet sind, korrigiert und bestätigt. Und wir wissen, dass die Mitarbeiter von CFI gleichermassen für uns gebetet haben und es noch tun.

Wenn wir nun uns vorbereiten und - so Gott will - im kommenden Jahr im Spätsommer oder Herbst unsere Arbeit in Tansania beginen, brauchen wir, liebe Freunde, Euer fürbittendes Gebet, dass uns begleitet und durchträgt. Allein die Vorbereitungszeit ist voller Herausforderungen, ganz zu Schweigen von der Zeit im Einsatz. "Two-by-Two" gilt nicht nur für Evelyn und mich, auch Ihr und wir bilden ein Team and ein und demselben Auftrag. Deshalb brauchen wir Euch - und danken Euch für Eure Mithilfe.

Alexander Breitenbach

12. Oktober 2019